Das Mandat

amnesty international ist weltweit tätig und setzt sich für die Einhaltung der Menschenrechte ein, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen im Jahre 1948 verabschiedet wurde.
In der Überzeugung, dass das Engagement vieler Menschen den Menschenrechten zur Geltung verhelfen wird, erhebt amnesty international Einspruch gegen den Mißbrauch staatlicher Gewalt.
 Insbesondere arbeitet amnesty international

  • für die Freilassung gewaltloser politischer Gefangener, d.h. von Männer und Frauen, die wegen ihrer politischen, religiösen oder anderen Überzeugungen, aufgrund ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft, Sprache oder ihres Geschlechts inhaftiert sind und Gewallt weder angewandt noch befürwortet haben;
  • für faire und zügige Gerichtsverfahren für alle politischen Gefangenen;
  • gegen Folter und Todesstrafe, das "Verschwindenlassen" von Menschen und nicht legale Hinrichtungen.

Die Methoden

amnesty inernational hat im Laufe der Jahre eine Reihe von Aktionsformen entwickelt, um diese Ziele zu erreichen.

  • Die Mitglieder von amnesty schreiben Appellbriefe an Regierungsvertreter, Richter, Gefängnisbeamte, an alle, die Verstöße gegen Menschenrechtsverletzungen unterbinden können, in denen sie sich für die Opfer einsetzen.
  • amnesty international organisiert weltweite Kampagnen zu einzelnen Themen oder Ländern, um über die Öffentlichkeit Druck auf die Regierungen auszuüben.
  • In dringenden Fällen können innerhalb kürzester Zeit Tausende Appelle an die zuständigen Behörden auf den Weg gebracht werden.

Grundprinzipien

Unabhängigkeit und Unparteilichkeit:

amnesty ist finanziell unabhängig und äußert sich nicht für oder gegen Regime, Parteien oder politische Systeme.

Verläßlichkeit von Informationen:

amnesty veröffentlicht erst dann Informationen, wenn diese gründlich recherchiert wurden und als sicher bestätigt werden können.

Die Organisation

amnesty international hat weltweit über 1,8 Millionen Mitglieder und Helfer in über 150 Ländern.

Die Basis von amnesty international bilden die Mitglieder. In der Bundesrepublik Deutschland sind sie in über 600 Gruppen organisiert, die gemeinsam die Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V. bilden.

Die Sektion koordiniert die Arbeit der Mitglieder und ist die Verbindungsstelle zwischen den Gruppen und dem Internationalen Sekretariat in London. Die laufenden Geschäfte der Sektion werden von einem durch die Gruppen gewählten Vorstand wahrgenommen. In 55 Staaten gibt es Sektionen, die eine kontinuierliche Menschenrechtsarbeit garantieren. Die größeren Sektionen unterhalten in der Regel ein Sekretariat mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das nationale Sekretariat der deutschen Sektion befindet sich in Bonn und Berlin.

In der Bundesrepublik gibt es darüber hinaus regionale Zusammenschlüsse von Gruppen, die Bezirke. Die gesamte Bundesrepublik ist in 48 Bezirke aufgeteilt. Viele dieser Bezirke unterhalten eigene Büros.

Die Sektionen entsenden Vertreter in den Internationalen Rat, das oberste Gremium von ai auf internationaler Ebene, das alle zwei Jahre zusammentritt. Der Rat legt Politik und Arbeitsweise von ai fest und wählt das Internationale Exekutivkomitee, dem die Führung der laufenden Geschäfte der Organisation obliegt. Unter der Verantwortung des Exekutivkomitees steht auch das Internationale Sekretariat in London, an dessen Spitze die internationale Generalsekretärin steht.

Etwa 80 sogenannte Researcher arbeiten im Internationalen Sekretariat von amnesty international in London. In Teams ermitteln sie Menschenrechtsverletzungen in "ihrer" Region. Jedes Research-Team besteht aus drei bis fünf Ermittlern und einer etwa gleich großen Zahl an "Campaignern", die die Forschungsergebnisse in Mitgliederaktionen umsetzen.
Im Internationalen Sekretariat in London befindet sich die weltweit größte Datensammlung zu Menschenrechtsverletungen in aller Welt.